Genossenschaft

Die Planung wurde von privater Seite vorfinanziert und das Bauland als Pfand zur Verfügung gestellt. Eine Genossenschaft hat die weitere Organisation übernommen. Diese Form garantiert, dass daraus kein Rendite- oder Spekulationsobjekt wird. Damit die Genossenschaft genügend Eigenkapital vorweisen kann, müssen für die Wohnungen Pflichtanteile gezeichnet werden, welche nach Beendigung des Mietverhältnisses zurückerstattet werden.
Pflichtanteil: 
Fr.25'000.-

Vorstand

Der Präsident der Genossenschaft ist Herr Daniel Freivogel.

Vizepräsidentin, Beraterin  und Aktivatorin ist Frau Dolores Handschin- Mark.

Protokollführer und juristischer Berater Herr Michael Kunz.

Vertreterin der Bewohner Frau Dorli Furler

Als jüngstes Mitglied arbeitet Barbara Handschin  Nyfeler im Vorstand mit.

Wohnen im Alter

 

Dank gesunder Ernährung, guter medizinischer Versorgung und Bildung werden wir älter, in der Regel in einer guten und gesunden Verfassung. Die aktive Zeit im Arbeitsprozess dürfte in Anbetracht der enormen technischen Veränderungen in den nächsten Jahren noch kürzer werden, entsprechend länger ist die Zeit, die man als Senior/in zur Verfügung hat. Diese Feststellungen und persönliche Erlebnisse haben uns bewogen, eine Idee in ein Projekt umzusetzen, das wir anfänglich „Neues Wohnen im Alter“ nannten. Damit meinen wir das bewusste Planen einer Lebensphase nach Familie und Erwerbstätigkeit. Eine Phase in der man noch aktiv, selbstständig und unternehmungslustig ist, und sich dennoch langsam und sorgfältig auf eine Zeit vorbereiten sollte, um in Sicherheit, Würde und Autonomie älter zu werden. 

 

Man besitzt vielleicht ein schönes Haus mit Garten oder eine komfortable Wohnung, die Arbeit ist leider nicht mehr so locker zu bewältigen wie früher. Irgendwann fliegen die Kinder aus, man richtet die Zimmer so ein, dass jederzeit Besuch kommen könnte, aber die Räume sind oft unbewohnt und ruhig. Im Garten spürt man sein Knochengestell beim Spaten immer häufiger. Von der gewohnten Umgebung möchte man sich nur ungern trennen, da sie Teil der eigenen Geschichte geworden ist.

 

Oder: Man ist berufstätig, mit viel Verantwortung und Engagement; fallen sie weg, kann auch dies zu einer Leere führen. Plötzlich fehlen Eltern und Freunde, die Nachbarschaft verändert sich und damit löst sich ein Stück des sozialen Netzes auf. 

 

Dieses Alter entspricht dem Spätsommer, man geniesst seine ganze Fülle und Farbenpracht bewusst, und fühlt sich getragen. Und dennoch kommen Ängste auf: Was passiert mit mir, wenn ich krank werde? Was geschieht mit dem Haus? Soll ich alleine bleiben, wenn der Partner stirbt? Sind dann Energie und Mut noch da, um etwas Neues zu wagen? Die Kräfte schwinden, man möchte weniger Belastung, weniger Arbeit. Vielleicht will man das Haus an eine Familie mit Kindern weitergeben, an die eigenen oder sogar in fremde Hände. Das sind schwierige Schritte und Entscheidungen, die viele Überlegungen verlangen. Aber wohin dann selber? Gerade in diesem Lebensabschnitt braucht man mehr denn je einen Ort zum Wohnen und Daheimsein. Keinen Abstellplatz, sondern Räume, die man mit der eigenen Persönlichkeit und Geschichte füllt.

 

Wir haben einfache, funktionelle Wohnungen geschaffen, die man nach eigenem Geschmack einrichten kann und so eine persönliche und geschützte Privatsphäre erhält. In den laubenartigen Gängen, im Gemeinschaftsraum oder im Hof und Garten sind Begegnungen möglich. Man hilft sich gegenseitig bei Kleinigkeiten, wenn man mag. Sollte jemand krank werden oder sich unsicher fühlen, kann man sich an die Hausleiterin wenden, welche die nötige Hilfe organisiert.  

 

Vielleicht möchte jemand seine eigene Werkstatt mitnehmen, im Garten helfen, die Schnitzelfeuerung betreuen, die Pflanzen giessen, den Kompost umschaufeln, nichts tun, schwatzen, oder..... 

 

Mittlerweile ist daraus zu unserer Freude eine gut funktionierende, lebendige Gemeinschaft entstanden. Die Verantwortung tragen wir in der Genossenschaft gemeinsam. Wir freuen uns auf neue Bewohner, junggebliebene Senioren, die aktiv am Leben in der Oberen Mühle teilnehmen möchten.

 

Wohngenossenschaft Obere Mühle

 

Geschichte

 

Die Wohngenossenschaft wurde 2001 gebaut, damals als ein Pionierprojekt, welches in der Zwischenzeit mehrfach kopiert oder ähnlich projektiert wurde.Es liegt im Dorfzentrum, unmittelbar östlich der Oberen Mühle, einem der ältesten Häuser der Gemeinde, wo sich eine Arztpraxis befindet und auch eine Autobushaltestelle danach benannt ist.

 

Die Architektur ist modern und erhielt 2002 die Auszeichnung "gute Bauten" der Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt.

 

2002 wurde ein DOC Film durch  Alain Godet gedreht, in welchem das Projekt eine  wichtige Rolle einnahm ( "Alt und allein, ab ins Heim")

 

2009 wurde Frau Dolores Handschin - Mark als Mitbegründerin und langjährige Genossenschaftspräsidentin der "Wohngenossenschaft Obere Mühle" mit dem 1.Preis im Wert von Fr. 20'000 der Paul Schwob Stiftung, Liestal ausgezeichnet. Sie ist immer noch tätig in der Betreuung und Beratung und initiiert Aktivitäten in der Siedlung.